Mario Sickert

Praxis · Selbstgemacht und clever

Fundstücke &Upcycling


Dosen, Kork, Äste und ein bisschen Fliesenkleber: Das meiste im Becken muss nicht neu sein. Hier steht, was bei mir funktioniert, wie man Gesammeltes vorbereitet und was man besser lässt.

Immer die Bewohner fragen

Was ein Becken braucht, bestimmt nicht die Optik, sondern der Bewohner. Manche Tiere graben alles um, da lohnt sich keine Deko. Andere wollen es eng und geschützt. Beurteile jedes Tier einzeln und richte dich nach seinen Bedürfnissen.

Sicherheit geht vor, auf eigene Verantwortung

Alles auf dieser Seite ist meine persönliche Erfahrung und eine Zusammenfassung aus Quellen, ohne Gewähr. Was du selbst baust, gebraucht kaufst oder mit Strom, Heizung, Kleber, Farbe und Chemie machst, tust du auf eigene Verantwortung. Ich kann weder dein Becken noch deine Handarbeit prüfen.

Im Zweifel lass es sein, frag eine Fachperson (bei Elektrik eine Elektrofachkraft, bei kranken Tieren eine exotenkundige Tierarztpraxis) und nimm die sichere Lösung. Keine Ersparnis ist es wert, ein Tier, dich oder andere zu gefährden.

Aus meiner Praxis

Was bei mir gut funktioniert

Vieles, was ich im Vivarium nutze, war vorher etwas anderes oder kommt aus dem Garten. Das hier sind Beispiele aus meinem Alltag, keine Regeln.

  • Kunststoffdosen werden zu Aufzuchtboxen. Blickdichte Wände, klarer Deckel, Lüftungslöcher mit dem Lötkolben, Lochband als Schablone. Den Weg zeige ich Schritt für Schritt unter Selbstgebaut.
  • Tonuntersetzer als Wasserstelle. Flach und ebenerdig eingelassen, auskochbar. Auch zu sehen unter Selbstgebaut.
  • Eierkartons für die Futtertierzucht. Als Versteck und Klettergerüst in einer großen Aufbewahrungsbox, mehr steht bei Futter.
  • Kork und Moos. Kork als Versteck und Rückzugsort, Moos als Feuchtigkeitsanzeiger. Wie das im Becken zusammenkommt, steht bei Terrarium einrichten.
  • Futterpflanzen aus dem eigenen Garten. Rose, Brombeere und Feuerdorn, ungespritzt. Mehr dazu auf der Seite Futter.

Gesammeltes Holz

Äste und Wurzeln richtig vorbereiten

Äste aus der Natur sind günstig und sehen gut aus, bringen aber manchmal Mitbewohner mit. So gehe ich vor:

  • Gründlich reinigen, am besten mit Wasser und Bürste.
  • Einfrieren: 72 Stunden im Tiefkühler. Das nutze ich viel, vor allem für Material, das ins Terrarium kommt.
  • Backofen: Gerade kleinere Stücke gehen auch in den Ofen. Ich arbeite mit Backofen und Tiefkühler deutlich mehr als mit Auskochen.
  • Auskochen: Passt besser für Sachen, die ins Aquarium kommen. Das Holz saugt sich dabei voll Wasser und schwimmt im Becken später nicht so lange auf.
  • Danach gut durchtrocknen lassen, wenn das Stück ins Terrarium soll.
  • Keine Chemikalien zur Reinigung verwenden.

Im Backofen: meine Richtwerte

Holz (Äste, Wurzeln, Rinde)

  • Temperatur: 100 bis 120 °C, Ober- und Unterhitze. Heißer nicht, sonst verkohlt das Holz.
  • Dauer: 1 bis 2 Stunden. Dicke, massive Stücke brauchen länger als dünne Zweige.
  • Vorher draußen trocken abbürsten, damit der lose Schmutz nicht im Ofen landet.

Blätter (Laub)

  • Temperatur: 80 bis 100 °C.
  • Dauer: 15 bis 20 Minuten. Einen Holzlöffel in die Ofentür klemmen, damit die Restfeuchtigkeit abziehen kann.
  • Sicherer und schneller: Blätter in einen Eimer legen, komplett mit kochendem Wasser übergießen und danach auf einem Handtuch abtrocknen lassen. Da kann nichts verbrennen.

Brandgefahr: Nie den Raum verlassen, solange Holz oder Laub im Ofen ist. Das Material kann sich entzünden, wenn es zu heiß wird oder die Heizstäbe berührt. Mittlere Schiene nutzen und Backpapier unterlegen.

Welche Methode passt, hängt vom Material ab und davon, wohin es kommt. Auch hier gilt: Frag zuerst, was die Bewohner brauchen.

Dazu kommt der Blick auf die Herkunft: Selbst gesammelte Materialien sollte man nicht ungeprüft einsetzen. Wenn du nicht weißt, woher ein Stück stammt oder ob es behandelt wurde, lass es besser draußen.

Selber bauen

Rückwände, Höhlen und Plattformen

Selbstgebaute Strukturen sparen Geld und passen genau ins Becken. Wichtig ist, dass am Ende nichts ausdünstet und nichts Scharfes übrig bleibt.

  • Styropor oder Hartschaum mit mehreren Schichten Fliesenkleber überziehen, so entstehen stabile Felsen, Rückwände und Höhlen.
  • Farben, Kleber und Lacke müssen nach dem Aushärten geruchlos sein und dürfen nichts abgeben. Matte, wasserfeste Farben sind laut Quelle am besten geeignet. Die Aushärtezeit kann mehrere Tage bis Wochen dauern.
  • Kork als Rückwand mindestens 1 cm dick nehmen. Dünner Presskork wölbt sich in feuchter Luft nach innen und schafft Verstecke für Futtertiere.
  • Ton eignet sich für Höhlen, weil er atmungsaktiv ist und Feuchtigkeit ausgleicht.
  • Silikon beim Ankleben reichlich verwenden und gut lüften, denn die Dämpfe sind nicht harmlos. Nach etwa einem Tag hält die Wand.

Besser nicht

Was ich lieber lasse

  • Bastelmaterial aus dem Baumarkt, das nicht ausdrücklich für Terrarien gedacht ist, ohne Herstellerangabe zur Unbedenklichkeit.
  • Lösungsmittelhaltige Farben, Kleber und Lacke, die auch nach dem Aushärten riechen.
  • Naturfunde, deren Herkunft du nicht kennst.
  • Scharfe Kanten und wackelige Konstruktionen. Ein Tier, das in eine Ritze rutscht oder sich verklemmt, hat keine Chance.
  • Holz und Rückwände als Dauerlösung bei kranken Tieren: Sie lassen sich schlecht reinigen, deshalb sollten nur Tiere einziehen, die die Quarantäne hinter sich haben (Neuzugang und Quarantäne).

Aquarium

Und im Wasser?

Aquarien begleiten mich seit meiner Kindheit, das Thema ist immer wieder in meinem Leben aufgetaucht. Die Erfahrung ist da, das Aufschreiben braucht noch Zeit. Deshalb steht hier vorerst nur das Grundsätzliche: Alles, was dauerhaft im Wasser steht, sollte nichts abgeben und keine scharfen Kanten haben. Mehr kommt, sobald ich es sauber aufgeschrieben und geprüft habe.

Ein paar Handgriffe aus meiner Praxis: Holz und Wurzeln koche ich aus, damit sie sich vollsaugen und nicht lange aufschwimmen. Manche Blätter und Gemüse werden nur überbrüht. Vieles wird vor dem Einsetzen gewässert, weil das Wasser sonst zu viele Pflanzenstoffe aufnimmt, und die sind in so hohen Dosen oft nicht gewünscht.

Zur Sicherheit

Die Hinweise fassen Praxisratgeber zusammen und ersetzen keine Herstellerangaben. Bei Klebern, Farben und Lacken gilt immer die Angabe des Herstellers.

Grundlagen

Worauf die Angaben beruhen

Alles ist in eigenen Worten wiedergegeben. Wo eine Quelle nur Herstellerangaben oder Hobbyerfahrung wiedergibt, steht das dabei. Es ersetzt keine Beratung durch Fachleute.

  • Terraristik-Ratgeber, in eigenen Worten wiedergegeben

Stand: 12. Oktober 2026. Zurück zu Selbstgemacht und clever oder zur Praxis.