Artenporträt · Tausendfüßer
Balustreptusfalcatus
Glänzend schwarzer Körper, leuchtend rote Beine: Der Rotfüßige Riesentausendfüßer stammt aus Südostasien. Fachliteratur zur Haltung gibt es kaum, deshalb trenne ich auf dieser Seite sauber zwischen Belegtem und Händlerangaben.
Kurzdaten
Steckbrief
- Name
- Balustreptus falcatus (Attems, 1938)
- Früher geführt als
- Rhynchoproctus falcatus und Anurostreptus falcatus
- Trivialname
- Rotfüßiger Riesentausendfüßer, im englischsprachigen Handel „Giant Red Leg“
- Einordnung
- Doppelfüßer (Diplopoda) · Ordnung Spirostreptida · Familie Harpagophoridae · Unterfamilie Rhynchoproctinae
- Herkunft
- beschrieben nach Tieren aus Laos (Savannakhet), im Handel werden Laos und Vietnam genannt
- Größe
- nach Händlerangaben 20 cm und mehr; Messwerte aus der Fachliteratur habe ich nicht gefunden
- Aussehen
- glänzend schwarzer Körper, leuchtend rote Beine
- Lebensweise
- im Boden, klettert aber auch an Rinde und Ästen (Händlerangabe)
- Haltung
- in der Gruppe
- Schutzstatus
- nicht geschützt
Erkennen
Schwarz mit roten Beinen
Der Körper ist glänzend schwarz, die Beine leuchten rot. Wie bei allen Doppelfüßern tragen die meisten Körperringe zwei Beinpaare, bei einem so langen Tier ergibt das eine beeindruckende Zahl an Beinen.
Der Name hat eine Geschichte: Attems beschrieb die Art 1938 als Rhynchoproctus falcatus, später wurde sie auch als Anurostreptus falcatus geführt, heute gilt Balustreptus falcatus. Die Gattung Anurostreptus trägt auch mein Pak Chong.
Klima
Temperatur, Feuchte, Licht
Eigene Fachangaben zum Klima gibt es nicht. Die Werte stammen von Händlern und entsprechen dem, was sich bei tropischen Tausendfüßern bewährt hat.
Einrichtung
Tief im Boden und hoch am Ast
Bodengrund: tief und laubreich. Wie bei allen meinen Tausendfüßern nehme ich meine Grundmischung mit mehr Kalk, mehr weißfaulem Holz und einer Extraportion Buchenhack.
Ausstattung: Korkrinde, Falllaub, morsches Holz und kräftige Äste. Händler beschreiben die Art als halb auf Bäumen lebend, sie klettert gern an Rinde und Ästen.
Becken: Wegen des Kletterns zählt hier die Höhe mehr als bei vielen anderen Tausendfüßern. Ein Händler nennt für ein einzelnes erwachsenes Tier rund 230 Liter, also lieber großzügig planen.
Ernährung
Laub, Holz und Eiweiß
- Immer
- zersetztes Laub, weißfaules Holz und Sepia als Kalkquelle
- Regelmäßig
- Gemüse wie Möhre, Süßkartoffel oder Kürbis
- Wichtig
- tierisches Eiweiß, zum Beispiel Fischfutter
Laut Händlern liefert der Bodengrund selbst einen großen Teil der Nahrung. Frischfutter, das liegen bleibt, kommt nach ein bis zwei Tagen heraus.
Verhalten
Ruhig, mit Wehrsekret
Tiere, die sich im Boden eingegraben haben, lasse ich in Ruhe, oft ist das eine Häutung. Bei Störung können Tausendfüßer ein Wehrsekret absondern, bei dieser Art beschreiben Händler es als orange. Nach dem Anfassen deshalb die Hände waschen. Die Weibchen legen ihre Eier im Boden ab.
Gut zu wissen
Noch wenig erforscht
Die Gattung Balustreptus gehört zu den Rhynchoproctinae, einer südostasiatischen Unterfamilie mit 14 Gattungen (Stand der Revision von 2010). Zur Biologie der Art in der Natur ist kaum etwas veröffentlicht, ich habe zum Beispiel keine Messwerte zu Größe und Lebensdauer gefunden. Wer verlässliche Daten hat, darf sie mir gern schicken.
Fotos meiner Tiere stehen in der Fotogalerie.
Grundlagen
Worauf die Angaben beruhen
Belegt sind Name, Einordnung und Herkunft der Beschreibung. Größe, Klima und Haltung beruhen auf Händlerangaben und Erfahrungen mit verwandten Tausendfüßern.
- GBIF: Balustreptus falcatus (Attems, 1938) (Einordnung und Synonyme)
- Attems, C. (1938): Die von Dr. C. Dawydoff in französisch Indochina gesammelten Myriopoden. Mémoires du Muséum national d'Histoire naturelle, N. S. 6(2): 187–353 (Erstbeschreibung)
- Pimvichai, P., Enghoff, H. & Panha, S. (2010): The Rhynchoproctinae, a south-east Asiatic subfamily of giant millipedes. Invertebrate Systematics 24 (Unterfamilie, Zahl der Gattungen)
- Zenodo: Eintrag zu Balustreptus falcatus (Fundort Savannakhet, Laos)
- Händlerangaben zu Größe, Herkunft, Klima und Futter: The Defiant Forest und Richard's Inverts
- WISIA des Bundesamts für Naturschutz (Schutzstatus)
Ich bin kein Biologe, sondern halte diese Tiere aus Leidenschaft. Wenn dir ein Fehler auffällt, sag mir gern Bescheid, auf Instagram oder an poststelle@kunstspuren.com.