Mario Sickert

Artenporträt · Tausendfüßer

Balustreptusfalcatus


Glänzend schwarzer Körper, leuchtend rote Beine: Der Rotfüßige Riesentausendfüßer stammt aus Südostasien. Fachliteratur zur Haltung gibt es kaum, deshalb trenne ich auf dieser Seite sauber zwischen Belegtem und Händlerangaben.

Im Bestand
mehrere Tiere
Herkunft
Laos, Vietnam
Zeichnung eines schwarzen Tausendfüßers mit roten Beinen, der sich in einer S-Kurve bewegt
Illustration, KI-generiert · Balustreptus falcatus

Kurzdaten

Steckbrief

Name
Balustreptus falcatus (Attems, 1938)
Früher geführt als
Rhynchoproctus falcatus und Anurostreptus falcatus
Trivialname
Rotfüßiger Riesentausendfüßer, im englischsprachigen Handel „Giant Red Leg“
Einordnung
Doppelfüßer (Diplopoda) · Ordnung Spirostreptida · Familie Harpagophoridae · Unterfamilie Rhynchoproctinae
Herkunft
beschrieben nach Tieren aus Laos (Savannakhet), im Handel werden Laos und Vietnam genannt
Größe
nach Händlerangaben 20 cm und mehr; Messwerte aus der Fachliteratur habe ich nicht gefunden
Aussehen
glänzend schwarzer Körper, leuchtend rote Beine
Lebensweise
im Boden, klettert aber auch an Rinde und Ästen (Händlerangabe)
Haltung
in der Gruppe
Schutzstatus
nicht geschützt

Erkennen

Schwarz mit roten Beinen

Der Körper ist glänzend schwarz, die Beine leuchten rot. Wie bei allen Doppelfüßern tragen die meisten Körperringe zwei Beinpaare, bei einem so langen Tier ergibt das eine beeindruckende Zahl an Beinen.

Der Name hat eine Geschichte: Attems beschrieb die Art 1938 als Rhynchoproctus falcatus, später wurde sie auch als Anurostreptus falcatus geführt, heute gilt Balustreptus falcatus. Die Gattung Anurostreptus trägt auch mein Pak Chong.

Klima

Temperatur, Feuchte, Licht

22–27 °C
Temperatur
Händlerangabe, wie bei tropischen Tausendfüßern üblich
75–90 %
Luftfeuchte
Händlerangabe, Boden in der Tiefe dauerhaft feucht
ohne UV
Licht
normaler Tag-Nacht-Wechsel genügt

Eigene Fachangaben zum Klima gibt es nicht. Die Werte stammen von Händlern und entsprechen dem, was sich bei tropischen Tausendfüßern bewährt hat.

Einrichtung

Tief im Boden und hoch am Ast

Bodengrund: tief und laubreich. Wie bei allen meinen Tausendfüßern nehme ich meine Grundmischung mit mehr Kalk, mehr weißfaulem Holz und einer Extraportion Buchenhack.

Ausstattung: Korkrinde, Falllaub, morsches Holz und kräftige Äste. Händler beschreiben die Art als halb auf Bäumen lebend, sie klettert gern an Rinde und Ästen.

Becken: Wegen des Kletterns zählt hier die Höhe mehr als bei vielen anderen Tausendfüßern. Ein Händler nennt für ein einzelnes erwachsenes Tier rund 230 Liter, also lieber großzügig planen.

Ernährung

Laub, Holz und Eiweiß

Immer
zersetztes Laub, weißfaules Holz und Sepia als Kalkquelle
Regelmäßig
Gemüse wie Möhre, Süßkartoffel oder Kürbis
Wichtig
tierisches Eiweiß, zum Beispiel Fischfutter

Laut Händlern liefert der Bodengrund selbst einen großen Teil der Nahrung. Frischfutter, das liegen bleibt, kommt nach ein bis zwei Tagen heraus.

Verhalten

Ruhig, mit Wehrsekret

Tiere, die sich im Boden eingegraben haben, lasse ich in Ruhe, oft ist das eine Häutung. Bei Störung können Tausendfüßer ein Wehrsekret absondern, bei dieser Art beschreiben Händler es als orange. Nach dem Anfassen deshalb die Hände waschen. Die Weibchen legen ihre Eier im Boden ab.

Gut zu wissen

Noch wenig erforscht

Die Gattung Balustreptus gehört zu den Rhynchoproctinae, einer südostasiatischen Unterfamilie mit 14 Gattungen (Stand der Revision von 2010). Zur Biologie der Art in der Natur ist kaum etwas veröffentlicht, ich habe zum Beispiel keine Messwerte zu Größe und Lebensdauer gefunden. Wer verlässliche Daten hat, darf sie mir gern schicken.

Fotos meiner Tiere stehen in der Fotogalerie.

Grundlagen

Worauf die Angaben beruhen

Belegt sind Name, Einordnung und Herkunft der Beschreibung. Größe, Klima und Haltung beruhen auf Händlerangaben und Erfahrungen mit verwandten Tausendfüßern.

Ich bin kein Biologe, sondern halte diese Tiere aus Leidenschaft. Wenn dir ein Fehler auffällt, sag mir gern Bescheid, auf Instagram oder an poststelle@kunstspuren.com.

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