Mario Sickert

Artenporträt · Skorpione

Chaerilussp.


Ein Zwergskorpion aus Südostasien, über den kaum jemand etwas aufgeschrieben hat. Die Gattung Chaerilus lebt in feuchten Wäldern unter Steinen und umgestürzten Bäumen und wird nur selten gehalten. Bei mir lebt ein Tier, das als Chaerilus sp. aus Indonesien kam. Ob es wirklich dazu gehört und welche Art es ist, ist noch offen.

Im Bestand
Neuzugang im Oktober 2026
Bestimmung
noch offen
Zeichnung eines dunkelbraunen Skorpions von oben mit langen, schmalen Scheren, hellbraunen Beinen und gestrecktem Schwanz
Illustration, KI-generiert · Chaerilus sp.

Kurzdaten

Steckbrief

Name
Chaerilus sp., Zuordnung noch nicht gesichert
Trivialname
Zwergskorpion; im Handel oft mit einem Fundort wie „Java“ als Zusatz
Einordnung
Skorpione (Scorpiones) · Familie Chaerilidae, mit Chaerilus als einziger heute lebender Gattung
Herkunft
tropisches Südasien und Südostasien; mein Tier kam als Indonesien-Tier
Lebensraum
feuchte Lebensräume, unter Steinen und umgestürzten Bäumen
Artenvielfalt
59 beschriebene Arten
Größe
je nach Art 1,5 bis 7,5 cm Gesamtlänge, die Gattung ist also sehr unterschiedlich groß
Gift
medizinisch nicht bedeutsam
Schutzstatus
nicht im Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) gelistet, dort stehen bei Skorpionen nur drei Pandinus-Arten; nationaler Schutz von mir noch nicht geprüft

Erkennen

Warum „sp.“ hier besonders wichtig ist

Die Gattung hat 59 Arten, und viele sind erst in den letzten Jahren beschrieben worden. Allein 2020 kamen zwei neue Arten aus Thailand und Laos dazu. Bei den Scheren sieht man, wie unterschiedlich die Gattung gebaut ist: Sie sind bei diesen beiden Arten etwa 2,6 bis 4,5 mal so lang wie breit, also eher langgestreckt und schmal.

Handelsnamen wie „Java“ sind keine wissenschaftlichen Namen, sondern ein Fundortzusatz, und sie sind nicht unbedingt eine Art. Wer sicher gehen will, braucht Fundort und Mikroskop. Deshalb steht hier bewusst nur „sp.“, und auch die Gattung ist bei einem so kleinen Tier noch nicht sicher bestätigt. Mehr zu dieser Schreibweise unter Legende.

Verwechseln kann man solche Tiere mit dem Zwergholzskorpion, der ebenfalls klein ist. Der gehört aber zu einer ganz anderen Familie, den Hormuridae.

Klima

Kühl und feucht, nicht heiß

19–24 °C
Temperatur
Halter warnen ausdrücklich vor zu viel Wärme
feucht
Bodengrund
leicht feucht, aber nicht nass

Diese Werte stammen nicht aus Studien, sondern aus Berichten anderer Halter, vor allem zu Chaerilus celebensis und einem Tier mit dem Zusatz „Java“. Für meine Art gelten sie deshalb nur als Anhaltspunkt. Gesichert ist nur: Die Tiere leben dort, wo es feucht ist.

Einrichtung

Klein, feucht und mit Verstecken

Becken: Für ein einzelnes Tier reicht eine kleine Box mit guter, aber ausbruchsicherer Belüftung. Halter nutzen Behälter von zwei bis drei Litern.

Bodengrund: einige Zentimeter feuchter Bodengrund, bei Halterberichten etwa fünf bis acht Zentimeter, an der Oberfläche etwas Moos. Bei mir ist das wie in allen Becken mein Assel- und Käfersubstrat, mehr dazu unter Bodenleben.

Verstecke: flache Verstecke dicht unter der Oberfläche, denn die Tiere sitzen gern geschützt. Dazu ein sehr kleiner, flacher Wassernapf.

Ernährung

Klein füttern

Die Beute richtet sich nach der Größe des Tieres. Halter nennen Fruchtfliegen, Mikroheimchen, kleine Stücke von Heimchen und Ofenfischchen. Die Fütterung ist etwa einmal pro Woche üblich. Was nach einem Tag nicht gefressen ist, nehme ich wieder heraus. Mehr über meine Futtertiere steht unter Futter.

Verhalten

Zusammen oder allein?

Darüber sind sich Halter nicht einig. Einige berichten, dass erwachsene Tiere in großen, gut strukturierten Becken zusammen leben, wenn alle gut gefüttert sind. Andere schildern Kannibalismus bei Jungtieren und Streit unter Weibchen. Wer kein Risiko eingehen möchte, hält die Tiere einzeln. Das Gift gilt als medizinisch nicht bedeutsam. Trotzdem ist es ein Beobachtungstier und gehört nicht auf die Hand.

Gut zu wissen

Noch viel offen

Dieses Porträt ist bewusst kurz. Über die Haltung der Gattung gibt es kaum belastbare Veröffentlichungen, vieles stammt aus Halterberichten. Ich ergänze es, sobald ich die Art bestimmen kann und eigene Erfahrungen habe.

Grundlagen

Worauf die Angaben beruhen

Die Werte sind Richtwerte. Sie stützen sich auf die folgenden Quellen und können von Tier zu Tier und von Art zu Art abweichen.

  • Rein, J. O.: The Scorpion Files, NTNU Trondheim (Familie, Artenzahl, Verbreitung, Lebensraum, Gift, CITES)
  • Wikipedia: Chaerilus (Größenspanne der Gattung)
  • Kovařík, F., Lowe, G., Stockmann, M. & Šťáhlavský, F. (2020): Two new Chaerilus from Thailand and Laos, Euscorpius 324 (Scherenform)
  • Halterberichte im Forum Arachnoboards zu Chaerilus celebensis und Chaerilus sp. „Java“ (Temperatur, Einrichtung, Futter, Gruppenhaltung)

Ich bin kein Biologe, sondern halte diese Tiere aus Leidenschaft. Wenn dir ein Fehler auffällt, sag mir gern Bescheid, auf Instagram oder an poststelle@kunstspuren.com.

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