Mario Sickert

Futterpflanze · Rosengewächse

Rubusspec.


Lange, stachelige Ruten und Laub, das auch im Winter grün bleibt: Die Brombeere ist bei mir im Garten die wichtigste Futterpflanze, vor allem für die Gespenstschrecken. „Immergrün“ ist dabei kein botanischer Name, und genau genommen ist sie meist nur wintergrün.

Bei mir
Futterpflanze im Garten
Deutscher Name
Brombeere
Giftig
keine Angabe gefunden
Zeichnung einer bogigen, stacheligen Brombeerranke mit dunkelgrünen, gesägten Blättern, einem rötlich verfärbten Winterblatt, blassrosa Blüten und grünen, roten und schwarzen Früchten
Illustration, KI-generiert · Rubus, Brombeere

Kurzdaten

Steckbrief

Name
Rubus, Brombeere. „Immergrüne Brombeere“ ist ein Handels- und Gartenname, kein Artname
Familie
Rosengewächse (Rosaceae)
Gemeint sind
vor allem die Armenische Brombeere R. armeniacus mit den Sorten ‚Theodor Reimers‘ und ‚Himalaya‘ sowie die Schlitzblättrige Brombeere R. laciniatus, zu der die stachellose ‚Thornless Evergreen‘ gestellt wird
Größe
Spreizklimmer, meist 0,5 bis 3 m hoch, in Gehölzen bis etwa 5 m
Laub
wintergrün: Die Blätter überwintern und fallen erst beim Austrieb im Frühjahr ab
Vermehrung
Absenker, Ausläufer, Wurzelschnittlinge, Stecklinge, Triebspitzen bewurzeln von selbst
Giftigkeit
in meinen Quellen keine Angabe, die Früchte sind essbar
Schutzstatus
nicht geschützt. R. armeniacus gilt als invasiver Neophyt

Erkennen

Stacheln, keine Dornen

Die Ruten tragen kräftige, nach hinten gebogene Stacheln, botanisch sind es keine Dornen. Bei der Armenischen Brombeere sind sie 6 bis 7 mm lang, einzelne bis 11 mm. Ihre Blätter sind oben matt dunkelgrün und unten weiß bis weißgrau filzig. Die Ruten sind zweijährig: Im ersten Jahr wachsen sie und überwintern, im zweiten blühen und fruchten sie und sterben danach ab.

Die Brombeeren sind eine schwierige Gruppe mit mehreren tausend Kleinarten, allein in Europa über 2000. Welche Brombeere genau im Garten wächst, lässt sich deshalb oft nur am Sortennamen vom Kauf sagen.

Standort

Licht, Boden, Pflanzzeit

sonnig
Licht
Südlage ideal, Halbschatten geht
anspruchslos
Boden
schwere Böden mit Kompost verbessern
wintergrün
Laub
fällt erst beim Austrieb im Frühjahr

Sonnig bis halbschattig und möglichst windgeschützt. Der Boden darf fast beliebig sein, schwere und humusarme Böden profitieren von Kompost im Pflanzloch. Gepflanzt wird im Herbst, etwa September und Oktober, danach mit Rinde mulchen.

Pflege

Schneiden und Vermehren

Schneiden: abgeerntete Ruten bodeneben entfernen, die kräftigsten neuen Ruten am Spalier festbinden. Seitentriebe im September auf etwa eine Handbreit und im Spätwinter auf zwei Augen kürzen.

Vermehren: am einfachsten über Absenker: eine Rute im Frühjahr zum Boden biegen und eingraben, bis zum Herbst ist sie bewurzelt. Das passiert bei bogig herabhängenden Trieben auch ganz von allein.

Wasser: eine eingewachsene Brombeere kommt im Garten weitgehend allein zurecht, genauere Angaben zum Gießen nennen meine Quellen nicht.

Immergrün oder wintergrün

Was der Name verspricht

Hier sind sich die Quellen nicht einig. Das Gartenjournal schreibt, nur ‚Thornless Evergreen‘ behalte das ganze Jahr Laub, andere Brombeeren nur in milden Wintern bis ins Frühjahr, und einige seien winterkahl. Plantura nennt ‚Theodor Reimers‘ und ‚Thornless Evergreen‘ beide wintergrün, das Laub falle im Frühjahr. Wikipedia beschreibt die Armenische Brombeere ebenfalls als wintergrün und ausdrücklich nicht als voll immergrün.

Auch bei den Sortennamen gibt es Unterschiede: Das Gartenjournal setzt ‚Thornless Evergreen‘ mit ‚Oregon Thornless‘ gleich, Plantura führt beide getrennt. Für die Fütterung heißt das: Über den Winter gibt es grüne Blätter, beim Austrieb im Frühjahr fallen die alten ab, und die jungen Triebe welken anfangs schnell.

Futterpflanze

Winterfutter für Gespenstschrecken

Brombeere gilt als die Futterpflanze, die von Gespenstschrecken in der Haltung am häufigsten angenommen wird, und in unserem Klima als das wichtigste Winterfutter. Bei mir fressen sie Extatosoma tiaratum, Lonchodes haematomus, Periphetes graniferum und im Winter Phyllium giganteum. Bei Periphetes fressen frisch geschlüpfte Nymphen sie anfangs oft noch nicht, das steht auf deren Seite.

Bei längerem Frost welken die Blätter, im Winter werden sie zäher. Unter Schnee und an geschützten Stellen, etwa am Waldboden, findet man oft noch frische Blätter.

Zweige richtig holen: frisch schneiden und sofort ins Wasser stellen wie Schnittblumen, die Öffnung des Gefäßes abdichten, damit keine Nymphe ertrinkt. Welke Blätter werden verschmäht, deshalb das Futter etwa wöchentlich wechseln und die Stiele schräg neu anschneiden. Nicht an Feldern oder Straßen schneiden. Pflanzen aus Gartencenter, Baumschule oder Blumenladen sind oft mit Mitteln behandelt, die im lebenden Gewebe wirksam bleiben, Abwaschen hilft dann nicht. Neue Pflanzen deshalb erst an einem Tier testen.

Garten

Sie wuchert gern

Brombeeren breiten sich über Ausläufer aus, die bis 6 m lang werden können, und über Triebspitzen, die bei Bodenkontakt Wurzeln schlagen. Die Armenische Brombeere gilt als invasiver Neophyt, verdrängt in dichten Beständen andere Pflanzen und steht in der Schweiz auf der Schwarzen Liste. Verbreitet wird sie durch Vögel und vor allem über Gartenabfall. Schnittgut und Rutenstücke gehören deshalb nicht an den Waldrand, das Glarner Artenblatt empfiehlt den Hausmüll.

Für eine Futterpflanze heißt das: an einem festen Platz mit Spalier ziehen und Ausläufer jedes Jahr abstechen.

Wichtig

Ungespritzt und ohne Rückstände

Eine Giftigkeit der Brombeere nennt keine meiner Quellen, die Früchte sind essbar. Das Risiko beim Füttern sind Pflanzenschutzmittel: nur von Pflanzen schneiden, die nicht behandelt wurden, und neu gekaufte Pflanzen zuerst an einem Tier testen. Beim Schneiden wegen der Stacheln Handschuhe tragen.

Grundlagen

Worauf die Angaben beruhen

Die Angaben stammen aus Garten- und Pflanzenseiten, zur Fütterung aus Seiten von Phasmidenhaltern. Wo sie sich widersprechen, steht es im Text. Welche Art oder Sorte genau in meinem Garten wächst, habe ich nicht bestimmt.

Ich bin kein Biologe, sondern halte diese Tiere und Pflanzen aus Leidenschaft. Wenn dir ein Fehler auffällt oder du Erfahrungen hast, sag mir gern Bescheid, auf Instagram oder an poststelle@kunstspuren.com.

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