Mario Sickert

Gattungsporträt · Myrtengewächse

Eucalyptusspec.


Blaugrüne, silbrige Blätter und ein Duft nach Öl: Der Eukalyptus wächst im Garten, im Kübel und im hellen Zimmer, aber nicht jede Art tut das gleich gut. Bei mir gehört er zu den Futterpflanzen. Weil sich die Arten bei Frost stark unterscheiden, beschreibt die Seite die Gattung.

Bei mir
Futterpflanze
Deutscher Name
Eukalyptus
Giftig
giftig
Zeichnung eines Eukalyptuszweigs mit runden, blaugrauen Jungblättern, langen schmalen grünen Altblättern, Knospen, cremefarbener Blüte und verholzten Früchten
Illustration, KI-generiert · Eucalyptus gunnii

Kurzdaten

Steckbrief

Name
Eucalyptus spec., Eukalyptus. Die Zeichnung zeigt E. gunnii, den Mostgummi-Eukalyptus
Familie
Myrtengewächse (Myrtaceae)
Arten
mehr als 700, die meisten stammen aus Australien, wenige aus Inseln nördlich davon
Größe
in Australien über 50 m, bei uns bis etwa 5 m
Blätter
jung eher oval und blaugrün, älter länglich, die Form hängt von Art und Sorte ab
Vermehrung
Aussaat, Stecklinge gelingen laut Plantura eher selten
Giftigkeit
giftig für Hunde, Katzen und Pferde, Vorsicht bei Kindern
Schutzstatus
in meinen Quellen nicht als geschützt genannt

Erkennen

Zwei Blattformen an einer Pflanze

Typisch ist der Wechsel der Blätter: Jungpflanzen tragen meist gegenständige, ovale und blaugraue Blätter, ältere Triebe längliche, schmale Blätter in Grün bis Blaugrün. Die Blüten haben keine Blütenblätter, sondern viele flaumige Staubblätter, die in der Knospe unter einem Deckel sitzen. Die Früchte sind verholzte, kegelförmige Kapseln.

Standort

Sonne, Boden, Winter

6 Std.
Sonne
mindestens, Südbalkon oder sehr helles Zimmer
5–15 °C
Winter im Topf
hell und kühl, die Quellen weichen ab
kalkarm
Wasser
Regenwasser, Kalk wird schlecht vertragen

Der Eukalyptus will volle Sonne und einen windgeschützten Platz, etwa vor einer Hauswand, sonst wirft er Blätter ab. Das Substrat soll durchlässig, humos und eher leicht sauer sein. Im Kübel nennt das Gartenjournal Rhododendron- oder Hortensienerde mit einer Drainageschicht aus Blähton. Schwere Gartenerde wird mit Sand und Kompost aufgelockert. Die Luftfeuchte soll bei 40 bis 60 Prozent liegen.

Pflege

Gießen, Düngen, Schneiden

Gießen: hoher Wasserbedarf, im Sommer im Topf teils täglich. Fingerprobe, 2 bis 3 cm tief. Erde feucht, aber ohne Staunässe, und kalkarmes Wasser nehmen. Auch im Winter darf sie nie ganz austrocknen, nur seltener gießen.

Düngen: hier widersprechen sich die Quellen. Die eine nennt im Frühjahr und Sommer wöchentlich einen stickstoffbetonten Flüssigdünger und im Herbst kaliumreich, die andere von März bis Oktober alle zwei Wochen mit halber Dosis. Im Winter bei beiden nicht düngen.

Schneiden: einmal im März um bis zu ein Drittel kürzen, kranke und abgestorbene Triebe entfernen. Für eine Baumform die unteren Seitenäste nehmen.

Vermehren: am besten über Samen. Die Samen mindestens eine Woche in den Kühlschrank legen, dann in Anzuchterde hell bei etwa 20 bis 25 °C dauerhaft feucht halten.

Schädlinge: eher widerstandsfähig durch die ätherischen Öle. Blattläuse, Woll- und Schildläuse kommen vor und fördern Rußtau.

Draußen oder drinnen

Die Art entscheidet

Hier steckt die eigentliche Frage. „Eukalyptus“ ist eine Gattung mit mehr als 700 Arten, und was draußen überlebt, hängt von der Art ab. Die Angaben, die ich gefunden habe:

Kälteverträglichkeit einzelner Eukalyptus-Arten nach Quelle
ArtKälte laut QuelleQuelle
Die meisten Artennur eine leichte Frostnacht bis etwa −5 °CWikipedia, Plantura
Mostgummi-EukalyptusE. gunnii−10 °C, an anderer Stelle −15 °C; bei der RHS in der britischen Stufe H5 (−15 bis −10 °C)Plantura, Gartenjournal, RHS
Sorte ‚Azura‘E. gunniibis −20 °C an einer geschützten Hauswand; bei der RHS ebenfalls H5 (−15 bis −10 °C)Plantura, Gartenjournal, RHS
Schnee-EukalyptusE. pauciflorabis etwa −20 °C, zwei Unterarten (niphophila, debeuzevillei) noch härterWikipedia
E. parvulafrostbeständig, ohne ZahlGartenjournal
E. globulus, E. ficifolia, E. citriodoraals Zimmer- und Kübelpflanzen genannt, keine FrostangabeGartenjournal

Wo sich die Quellen widersprechen: Für E. gunnii stehen −10 °C und −15 °C nebeneinander, und für ‚Azura‘ nennen zwei Gartenseiten −20 °C, die RHS aber nur H5. Die RHS-Stufe H5 steht für −15 bis −10 °C. Verlässlich ist nur: Welche Art du hast, entscheidet. Beim Kauf deshalb den vollständigen Namen mitnehmen, „Eukalyptus“ allein reicht nicht.

Garten

Eukalyptus im Freien

Draußen kommen nur die härteren Arten in Frage, für uns vor allem E. gunnii, seine Sorten und der Schnee-Eukalyptus E. pauciflora. Wichtig ist ein sonniger, windgeschützter Platz, etwa an einer Hauswand. Die jungen Pflanzen brauchen in den ersten Wintern einen Schutz, das Gartenjournal nennt Jute oder Schilfmatten.

Die Quellen nennen für draußen eine Spanne von −10 bis −20 °C, je nach Art, und sind sich bei einzelnen Arten nicht einig, siehe oben. Mein Rat nach dem, was ich gefunden habe: eine Art mit klarer Winterhärteangabe wählen und im Zweifel im Kübel ziehen, den man ins Winterquartier stellen kann.

Zimmer und Kübel

Eukalyptus im Topf

Als Zimmer- und Kübelpflanze nennt das Gartenjournal E. globulus (blaues Laub), E. ficifolia (Laub mit violettem Ton), E. citriodora (schmale Blätter mit Zitrusduft) und E. gunnii. Alle wollen einen sehr hellen Platz, ein Südfenster ist ideal, West und Ost gehen auch. Balkon und Terrasse nennt das Gartenjournal ebenfalls.

Im Winter soll er hell und kühl stehen, kalte Zugluft vermeiden. Für die Temperatur stehen drei Angaben nebeneinander: 10 bis 15 °C bei Plantura, 5 bis 15 °C bei der einen und etwa 10 °C bei der anderen Seite des Gartenjournals, im Wohnraum 18 bis 24 °C. Ein heller Platz ist wichtig, damit er keine Blätter abwirft. Umgetopft wird, wenn die Wurzeln den Topf ausfüllen.

Meine Tiere

Eukalyptus und Futter

Bei mir ist Eukalyptus eine Futterpflanze, zusammen mit der immergrünen Brombeere und dem Feuerdorn. Mehrere meiner Tiere haben damit zu tun. Die Australische Gespenstschrecke frisst in ihrer Heimat vor allem Eukalyptus, bei Lamponius guerini und Periphetes graniferum steht er als eine von mehreren Futterpflanzen, bei der Riesen-Grabschabe als Laub, wobei sich die Quellen dort nicht einig sind.

Laut Halterseiten verweigern Gespenstschrecken, die nicht aus Australien stammen, Eukalyptus oft. In einem feuchten Becken kann zu viel Eukalyptus schimmeln, vor allem die halbverholzten Zweige, das ist für Nymphen gefährlich. Eukalyptus aus dem Blumenhandel nutzen laut phasmatodea.com viele Züchter mit Erfolg, trotzdem gilt dort: erst an einem Tier testen.

Alles zum Füttern mit Zweigen steht im Bereich Futter unter Futterpflanzen.

Wichtig

Giftig, besonders für Haustiere

Die ätherischen Öle des Eukalyptus (Eucalyptol) sind für Hunde, Katzen und Pferde giftig, so führt es die ASPCA. Plantura nennt vermehrten Speichelfluss, Erbrechen und Durchfall. Für gesunde Erwachsene gelten geringe Mengen als unbedenklich, bei Kindern, Schwangeren und Vorerkrankten ist Vorsicht nötig. Den Topf also außer Reichweite von Haustieren und Kindern stellen. Eukalyptusöl ist außerdem leicht entzündlich.

Grundlagen

Worauf die Angaben beruhen

Die Werte sind Richtwerte aus Pflanzenseiten, bei Frost und Winterquartier widersprechen sie sich zum Teil, das steht offen im Text.

Ich bin kein Biologe, sondern halte diese Tiere und Pflanzen aus Leidenschaft. Wenn dir ein Fehler auffällt oder du Erfahrungen hast, sag mir gern Bescheid, auf Instagram oder an poststelle@kunstspuren.com.

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