Mario Sickert

Futter · Ergänzung

Trockenfutter


Laub, Holz, Obst und Gemüse sind für viele meiner Tiere die Grundlage. Dazu kommt eine Handvoll Ergänzungen aus der Dose: Eiweiß aus Gammarus und Fischfutter, Calcium aus Sepia, dazu Pollen und Jelly. Hier steht, was davon belegt ist und wer bei mir was bekommt.

Auf einen Blick

Wer bei mir was bekommt

So steht es auf den Steckbriefen meiner Tiere. Die Ergänzungen kommen zusätzlich zum Grundfutter, nicht statt dessen. Für alle Arten einzeln gibt es die Seite Wer frisst was.

Gammarus und Fischflocken liefern Eiweiß, Sepia und Kalkstein Calcium. Pollen ist bei mir nur bei einer Schabe wichtig, Jelly bei den Käfern. Was davon belegt ist und was nicht, steht in den Abschnitten unten.

Zeichnung von getrockneten Bachflohkrebsen, Fischflocken, Blütenpollen, einer Sepiaschale und einem Becher Käfer-Jelly
Illustration, KI-generiert · Gammarus, Fischflocken, Pollen, Sepia und Jelly
Ergänzungsfutter und meine Arten
ErgänzungWofürWer bei mir
Gammarus, getrocknete GarnelenEiweißSchnecken (Cornu aspersum, Lissachatina fulica, L. fulica rodatzi), Asseln wie Ardentiella, die Cubaris-Formen, Troglodillo, Porcellio laevis „Milkback“, P. werneri und Trichorhina tomentosa
Fischflocken, FischfutterEiweißfast alle meine Asseln, meist etwa zweimal pro Woche; die Schaben Shelfordella, Gromphadorhina, Elliptorhina, Lucihormetica, Pseudoglomeris; Tausendfüßer wie Balustreptus, Spirobolus, gelegentlich Archispirostreptus
BlütenpollenEiweißPseudoglomeris magnifica, dort die wichtigste Eiweißquelle
Sepia, Kalkstein, Austern- oder EierschaleCalciumdie Asseln, die Tausendfüßer und die Schnecken, dazu Pseudoglomeris und Yuukianura
Käfer- oder InsektengeleeZucker, WasserChlorocala, Pachnoda, Lucihormetica verrucosa, Pseudoglomeris
Haferflocken, Kleie, Hunde- oder KatzentrockenfutterGrundfutter, EiweißSchaben wie Shelfordella, Gromphadorhina und Lucihormetica; größere Epibolus pulchripes ab etwa 6 cm
HefeGrundfutterSpringschwänze: Folsomia candida, laut Händlern auch Yuukianura

Eiweiß

Gammarus

Gammarus sind getrocknete Bachflohkrebse. Die Tiere leben in sauerstoffreichen Fließgewässern und fressen dort zersetztes Laub, Pilze und Bakterien. Weil sie empfindlich auf Verschmutzung reagieren und Schadstoffe aus dem Wasser aufnehmen, dienen sie als Anzeiger für die Gewässergüte. Für getrocknete Ware heißt das: Die Herkunft ist nicht egal, Messwerte zu Rückständen in Handelsware habe ich aber nicht gefunden.

Eine Zuchtstudie nennt für getrocknete Gammarus etwa 40 Prozent Eiweiß und 5,5 Prozent Fett. Bei einer verwandten Art aus dem Kaspischen Meer lagen die Werte getrocknet bei 43 Prozent Eiweiß, 5,8 Prozent Fett und 23 Prozent Asche. Einen Calciumwert nennt keine der beiden Studien.

Bei mir bekommen vor allem die Schnecken Gammarus, bei den Achatschnecken etwa einmal pro Woche. So steht es auch im Merkblatt der Pädagogischen Hochschule Heidelberg zur Großen Achatschnecke. Einige Asseln bekommen sie als Abwechslung zu Fischflocken.

Eiweiß

Fischfutter

Fischflocken sind bei mir die häufigste Eiweißquelle für Asseln, Schaben und einige Tausendfüßer. Auf mehreren Steckbriefen steht, dass Asseln und Tausendfüßer bei zu wenig Eiweiß anfangen können, an Artgenossen oder frisch gehäuteten Tieren zu knabbern.

  • Klein dosieren

    Was nicht gefressen wird, schimmelt und lockt Milben. Lieber eine Prise und nachlegen.

  • Nicht ewig offen

    Geöffnetes Fischfutter verliert Vitamine, Flocken wegen ihrer großen Oberfläche am schnellsten. Ein Tierarzt für Fische nennt Vitamin C als den empfindlichsten Stoff. Fette werden mit Luft, Wärme und Licht ranzig. Wie lange es hält, steht unter Lagerung.

  • Für Springschwänze nur fein

    Bei Yuukianura nennen Händler feine Fischflocken. Folsomia candida bekommt bei mir Hefe.

Eiweiß

Blütenpollen

Bienenpollen ist nährstoffreich, schwankt aber stark je nach Pflanze. Eine Übersichtsarbeit von 2023 nennt 10 bis 40 Prozent Eiweiß in der Trockenmasse und 20 bis 300 mg Calcium je 100 g. Frischer Pollen enthält 20 bis 30 Prozent Wasser, und hohe Feuchte fördert Bakterien und Pilze.

Bei mir ist Pollen vor allem für Pseudoglomeris magnifica wichtig, auf deren Steckbrief er als wichtigste Eiweißquelle steht. Wilde Rosenkäfer fressen Pollen, Staubgefäße und Nektar, das beschreibt eine Broschüre des Freistaats Sachsen.

Offen: Für Pollen bei Asseln, Tausendfüßern oder als Zusatz für Fruchtfliegen habe ich keine belastbare Quelle gefunden. Wer es nutzt, tut es aus Erfahrung, nicht nach Studienlage.

Calcium

Sepia und andere Kalkquellen

Asseln, Tausendfüßer und Schnecken brauchen Calcium für Panzer und Gehäuse. Landasseln legen vor der Häutung Depots aus Calciumcarbonat an und fressen danach oft ihre alte Haut, um das Calcium zurückzuholen. Das ist an einer Höhlenassel untersucht und nicht auf jede Art übertragbar. Schnecken brauchen Calcium für das Wachstum ihres Gehäuses, die britische Tierschutzorganisation RSPCA nennt Sepia, Kreide, zerstoßene Eierschale oder ein Pulver.

  • Sepia

    Die Schale des Tintenfischs besteht zu etwa 95 Prozent aus Aragonit, einer Form von Calciumcarbonat, und ist sehr porös. Die Tiere raspeln nach Bedarf. Bei mir liegt sie bei den Asseln, Tausendfüßern und Schnecken immer im Becken.

  • Austernschale

    In Fütterungsversuchen mit Achatschnecken war Austernschalenpulver eine sehr gute Calciumquelle, bei einer Art zu etwa 84 Prozent verdaulich.

  • Eierschale

    Hier widersprechen sich die Studien: In einem Versuch brachte Eierschale weniger Zuwachs als ganz ohne Zusatz, in einem anderen war sie besser als Kreide. Auch beim Vorbehandeln sind sich Halterseiten nicht einig, einige raten zum Abkochen oder Backen, andere halten Trocknen für genug.

  • Kein Reptilienpulver

    Calciumpulver mit Phosphor oder Vitamin D3 ist für Reptilien gedacht. Für Schnecken raten Halterseiten davon ab.

Zucker und Wasser

Käfer-Jelly

Jelly ist ein fester Fruchtgelee im Becher. Rezepte und Herstellerangaben nennen Banane, Zucker, Honig, Agar und Fruchtsäfte. Eine unabhängige Nährwertanalyse habe ich nicht gefunden, und ob Jelly mit zugesetztem Eiweiß den Käfern etwas bringt, wird in Foren behauptet, aber nicht belegt.

Bei mir bekommen die Rosenkäfer Chlorocala und Pachnoda Jelly zu reifem Obst, einige Schaben wie Pseudoglomeris bekommen Insektengelee für Tage ohne Frischfutter. Die einfache Alternative ist reife bis überreife Banane. Selbst gemachtes Jelly kommt nach dem Erstarren in den Kühlschrank.

Aus der Küche

Haferflocken, Kleie, Trockenfutter, Hefe

Meine Futterschaben bekommen laut ihren Steckbriefen neben Obst und Gemüse auch Haferflocken, Weizenkleie, Fischfutter oder etwas Hunde- und Katzentrockenfutter, das liefert Eiweiß und beugt Anknabbern vor. Bei Epibolus pulchripes steht trockenes Hundefutter erst für größere Tiere ab etwa 6 cm. Für Futtertiere, die später selbst verfüttert werden, steht mehr unter Gutload.

Springschwänze leben von Pilzfäden und Mikroben. Folsomia candida wird in der Laborhaltung mit trockener Bäckerhefe gefüttert, in kleinen Häufchen. Zu viel davon lässt den Untergrund schimmeln.

Grundlagen

Worauf die Angaben beruhen

Wer bei mir was bekommt, steht auf den Steckbriefen meiner Tiere. Für die Fakten zu den einzelnen Ergänzungen:

Ich bin kein Biologe, sondern halte diese Tiere aus Leidenschaft. Wenn dir ein Fehler auffällt oder du Erfahrungen hast, sag mir gern Bescheid, auf Instagram oder an poststelle@kunstspuren.com.

Stand: 20. Oktober 2026. Weiter mit Obst und Gemüse oder Lagerung. Zurück zur Übersicht Futter oder zur Praxis.